Transformatives Recht von unten? Über Rechtskämpfe und Codierungen gemeinschaftsgetragenen Wirtschaftens
Philipp DegensZusammenfassung
Dieser Beitrag untersucht die Transformation von Recht „von unten“ anhand gemeinschaftsgetragener Landwirtschaftsformen. Es wird gezeigt, wie Akteur:innen durch rechtliche Praktiken und Institutionalisierungsprozesse versuchen, nachhaltige Alternativen zur kapitalistischen Marktwirtschaft abzusichern und damit an einem „Recht für das Anthropozän“ arbeiten. Auf Basis ethnographischer Feldforschung werden die rechtlichen Kämpfe und behördlichen Auseinandersetzungen rekonstruiert, in denen gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft und kollektive Eigentumsformen gegen Logiken der Akkumulation gesichert werden. Die Analyse fasst mit Bourdieus das Recht als juridischen Kampfplatz und verbindet das Konzept der „Rechtskämpfe“ nach Buckel, Pichl und Vestena mit Pistors Ansatz des „Code des Kapitals“ und fragt, inwieweit bottom-up-Rechtsproduktion die kapitalistischen Codierungen des Rechts unterlaufen kann.