DOI: 10.1515/tw-2026-0010 ISSN: 1867-9501

Subjektives Wohlbefinden auf Natur- und Städteurlaubsreisen – eine vergleichende Analyse der DREAMA-Wirkmechanismen und Diskussion der Implikationen für den regenerativen Tourismus

Charlotte Bellmann, Maria Topp, Anne Köchling

Zusammenfassung

Der Diskurs um eine regenerative Tourismusentwicklung fokussiert sich derzeit vorrangig auf destinationsbezogene Transformationsprozesse sowie das Wohlbefinden lokaler Gemeinschaften, während das subjektive Wohlbefinden (SWB) von Urlaubsreisenden bislang nur unzureichend berücksichtigt wird. Der vorliegende Beitrag untersucht daher, durch welche Wirkungsmechanismen Urlaubsreisen zur Förderung des SWB beitragen und inwiefern sich diese Mechanismen zwischen natur- und städtebezogenen Reiseformen unterscheiden. Die empirische Grundlage der Analyse sind Daten einer deutschlandweit repräsentativen Befragung von Urlaubsreisenden. Zur Erfassung der Wirkung der Urlaubsreise auf das SWB wird das DREAMA-Modell von Filep, Moyle und Skavronskaya (2024) erstmals empirisch operationalisiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Urlaubsreisen zentrale psychologische Bedürfnisse, die dem SWB zugrunde liegen, insgesamt in hohem Maße erfüllen. Natururlaubsreisen weisen dabei im Vergleich zu Städteurlaubsreisen stärkere Effekte auf, insbesondere im Hinblick auf die eudaimonische Dimension des SWB wie Sinn und Verbundenheit mit der Natur. Hedonistische Komponenten des SWB, insbesondere Erholung und Autonomie, werden hingegen unabhängig von der Reiseform in vergleichbarem Ausmaß erfüllt. Eine Moderationsanalyse zeigt zudem, dass diese Effekte nicht signifikant durch Merkmale der Reisegestaltung beeinflusst werden. Der Beitrag unterstreicht die Relevanz des SWB von Urlaubsreisenden als bislang vernachlässigte, jedoch zentrale Dimension regenerativer Tourismusprozesse und diskutiert Implikationen für eine stärker ganzheitlich ausgerichtete Weiterentwicklung des regenerativen Tourismusparadigmas in Forschung und Praxis.

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