Spitzensport und Schule
Carmen Borggrefe, Klaus Cachay, Jochen MayerZusammenfassung
Verbundsysteme der Nachwuchsförderung stellen Kooperationen zwischen Schulen und Organisationen des Spitzensports dar, die seit den 1990er Jahren in Deutschland etabliert wurden, um duale Karrieren schulpflichtiger Nachwuchsathleten zu ermöglichen. Die Verbundsysteme sind durch eine spitzensportliche Funktionalisierung der kooperierenden Schulen gekennzeichnet, womit gemeint ist, dass die Teilnahmebedingungen für Nachwuchsathleten in der Schule an die Anforderungen des Spitzensports angepasst werden. Auch wenn es Versuche einer bundesweiten Vereinheitlichung der Verbundsysteme gibt, zeigen vorliegende Studien jedoch, dass die unterschiedlichen schulrechtlichen Regulierungen in den Bundesländern und die Eigenlogik von Schulen einheitlichen Funktionalisierungsstrategien deutliche Grenzen setzt. Der vorliegende Beitrag verfolgt daher das Ziel, Möglichkeiten und Grenzen der spitzensportlichen Funktionalisierung im Rahmen von Fallstudien an baden-württembergischen Verbundsystemschulen herauszuarbeiten. Dies erfolgt auf der Basis organisationstheoretischer Überlegungen sowie qualitativer Interviews mit Vertretern von Schulen und Ministerien.
Eine englische Übersetzung des Beitrags ist online unter „Zusatzmaterial“ verfügbar.