Schadenspotential aufgrund von Sulfat und Sulfid in anstehenden Böden
Karsten Siewert, Horst‐Michael LudwigAbstract
Bei Erdbauarbeiten können zur Bodenverbesserung oder Bodenverfestigung mineralische Bindemittel verwendet werden. Als Überbegriff für beide Verfahren steht der Begriff Bodenbehandlung. Für Erdarbeiten im Straßenbau kommen als Bindemittel z.B. Zemente, Kalke, Hydraulische Tragschichtbinder oder sogenannte Mischbindemittel als Kombination aus genormten hydraulischen Bindemitteln oder deren hydraulischen Hauptbestandteilen und Kalk zum Einsatz [1, 6]. Enthält der Boden Sulfat oder Sulfid kann sich u.U. durch eine Reaktion mit dem Bindemittel Ettringit bilden. Aber auch schichtsilikathaltige Böden können nach einer Bodenbehandlung eine Ettringitbildung bewirken. Die sekundäre Bildung von Ettringit im Boden ist mit einer Volumenexpansion verbunden und führt zu Hebungen an der Geländeoberfläche. Ggf. können dadurch auch Schäden an angrenzenden Gebäuden auftreten.
In diesem Beitrag werden die Bildungsmechanismen einer sekundären Ettringitbildung im Boden dargestellt, Einflussfaktoren kurz beschrieben sowie in der Fachliteratur angegebene Grenzwerte für den Sulfatgehalt zur Ersteinschätzung des Gefährdungspotentials von Böden wiedergegeben.