Recycling‐Filtersubstrate zur Behandlung von Niederschlagsabflüssen
Anne Rannefeld, Katrin Rübner, Wolfgang Eden, Jan Küver, Harald Kurkowski, Zakaria Istanbuly, Antje Stahl, Nils OchAbstract
Die schnelle Ableitung von Niederschlagswasser über Kanalnetze prägt bis heute die urbane Entwässerung und belastet sowohl Abwasserinfrastrukturen als auch den städtischen Wasserkreislauf. Insbesondere Schwermetalle wie Kupfer, Zink und Blei gelangen dabei in das Wassersystem. Klimaresiliente Bauweisen, wie das Schwammstadtkonzept, sollen dem entgegenwirken. Dabei kommen Filter‐ und Speichermaterialien eine zentrale Rolle zu. Im Projekt „Recycling‐Filtermaterialien“ wird ein innovativer Ansatz zur Ressourcenschonung verfolgt, bei dem die Nutzung aufbereiteter Bau‐ und Abbruchmaterialien aus Kalksandstein‐ und Porenbetonbruch als Filtermaterial untersucht wird. Insbesondere enthaltene Calciumsilikathydrat Phasen (C‐S‐H) besitzen ein großes Potenzial zur Abtrennung der Schwermetalle. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Entwicklung poröser Granulate, die aus diesen Abbruchmaterialien mittels eines hydrothermalen Verfahrens hergestellt werden, sogenannte Hydrothermalgranulate. Dieser Ansatz des rohstofflich‐chemischen Recyclings überführt Kalksandstein‐ und Porenbetonbruch in neue leichte Gesteinskörnungen. Die hydrothermale Behandlung soll aufgrund einer Zunahme von C‐S‐H‐Phasen in einem mesoporösen Gefüge eine Verbesserung der Reinigungsleistung bringen.