Optimierung ressourcenschonender Leichtlehmplatten für den Innenausbau
Elisabeth Harnischmacher, Selina Vaculik, Cynthia Morales Cruz, Anya VollprachtAbstract
Der weltweit steigende Rohstoffverbrauch erhöht die CO 2 Emissionen, zu denen auch die Baustoffindustrie wesentlich beiträgt. Eine mögliche zukunftsfähige Option für bewusstes Bauen ist Lehm, ein bewährter Baustoff mit raumklimaregulierender Wirkung. Typische Herausforderungen im Lehmbau sind jedoch das ausgeprägte Schwindverhalten, das Eigengewicht, sowie die im Vergleich zu zementgebundenen Baustoffen begrenzte Endfestigkeit. Ein vielversprechender Ansatz zur Reduktion der Rohdichte und Wärmeleitfähigkeit bei ausreichender Gebrauchs‐trauglichkeit ist daher die Entwicklung von Leichtlehmplatten mit industriellen und natürlichen Leichtzuschlägen. Untersucht werden Lehmkomposite mit Blähglas oder Lava sowie Varianten mit synthetischem Schaumbildner. Im Fokus stehen Rohdichte, Wärmeleitfähigkeit, Schwindverhalten und mechanische Eigenschaften. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombination von Blähglas und Schaumbildner Rohdichten von etwa 640 kg/m 3 und Wärme‐leitfähigkeiten von 147 mW/(mK) ermöglicht. Gleichzeitig sinkt die mechanische Leistungsfähigkeit. Lava weist eine höhere Festigkeit bei höherer Wärmeleitfähigkeit auf. Für die Entwicklung gebrauchs‐tauglicher Leichtlehmplatten ist daher die abgestimmte Betrachtung von Porosität, Schwindverhalten und Festigkeit entscheidend.