DOI: 10.1515/vfzg-2026-0039 ISSN: 2196-7121

Menschenrechtspolitik im Umbruch

Daniel Stahl

Abstract

Wie die Außenpolitik der Bundesrepublik nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten und dem Ende des Kalten Kriegs gestaltet werden sollte, war in den 1990er Jahren eine Frage, die auch jenseits von Amtsstuben und Regierungskreisen verhandelt wurde. Daniel Stahl zeigt für das Feld der Menschenrechtspolitik auf, über welche Handlungsspielräume lateinamerikanische Akteure in diesen Aushandlungsprozessen verfügten und welche Wirkung die Auseinandersetzung mit Prozessen des Übergangs von der Diktatur zur Demokratie außerhalb Europas in Deutschland entfaltete. Im Zentrum des Beitrags stehen die Familienangehörigen argentinisch-deutscher Opfer der Militärjunta und Forderungen, Menschenrechten ein stärkeres Gewicht in der deutschen Außenpolitik einzuräumen sowie das deutsche Strafrecht zu einem Instrument des internationalen Menschenrechtsschutzes weiterzuentwickeln.