Les visages de la propagande. Formes et fonctions des portraits dans le magazine Signal 1940–1945
Claire AslangulAbstract
Welche Stellung bzw. Funktion haben Porträts in dem NS-Auslandspropagandamagazin Signal ? Eine pragmatische Betrachtung des materiellen Mediums offenbart ihre wesentliche Rolle in der Interaktion zwischen der Zeitschrift und ihren Lesern, die sie zu gewinnen, aber auch durch geschickte Strategien zur Authentifizierung des Diskurses zu überzeugen vermögen. Diese Bilder dienen der NS-Propaganda nach relativ üblichen Mustern: Sie tragen zur visuellen Verankerung der Freund-Feind-Konfiguration bei; ihre vorherrschend positive Ausdruckskraft fördert den Optimismus und die (militärische und wirtschaftliche) Mobilisierung der Völker im Krieg. Dennoch lassen sich erhebliche Abweichungen von der erwarteten Norm feststellen: Da die Zielgruppe außerhalb Deutschlands liegt, beschränkt sich Signal nicht auf den arischen Idealtyp; mehrere Artikel bieten zudem Überlegungen, die weit von der NS-Doxa entfernt sind, welche die Physiognomie essentialisiert und zu einem „Spiegelbild der Seele und der Rasse” macht.