DOI: 10.2478/sck-2026-0001 ISSN: 2545-3858

Körpersemantiken in Klaus Manns Mephisto , Roman einer Karriere

Sylvain Farge

Abstract

Klaus Mann schrieb Mephisto, Roman einer Karriere 1936 und beschrieb die Welt des Theaters in einem theatralischen Regime. In einem Pakt mit dem Teufel opfert Höfgen, die Hauptfigur, seine Ideale seiner Karriere. Mit großer Genauigkeit beschreibt Mann Gesichter und Körper und umreißt eine anthropologische Typologie: Die Monster treten in monströsen Körpern auf und ihre Gesichter sind lauter Masken: Höfgen verkommt sowohl seelisch als auch physisch. Im Gegensatz dazu weisen die ehrlichen Charaktere zwar unvollkommene, aber unverstellte Körper und Gesichtsausdrücke auf. Bei aller Ablehnung des Regimes haften Mann schließlich die physiognomischen Konzepte seiner Zeit an: Makel an Körper und Gesicht gelten als Zeichen des moralischen Verfalls.