DOI: 10.1515/vfzg-2026-0030 ISSN: 2196-7121

„In der Hölle auf Erden, nur ohne Pech und Schwefel“

Pavel Polian, Yuliya von Saal

Abstract

Tagebücher von Rotarmisten in deutscher Kriegsgefangenschaft sind ausgesprochen selten, und das ist nicht zuletzt auf die tödlichen Bedingungen von Lagerhaft und Zwangsarbeit zurückzuführen, die mehr als drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene das Leben kosteten. Sergej Voropaevs Tagebuch ist eines dieser seltenen Egodokumente und offensichtlich das einzige aus dem großen Lagerkomplex Lamsdorf in Oberschlesien. Voropaev, der kurz nach seiner Befreiung durch die Rote Armee an den Folgen von Lagerhaft und Arbeitseinsatz starb, hielt 1944/45 fest, was er übertage im Lager und untertage im Bergwerk erlebte, was er dachte, fühlte und bis zuletzt hoffte. Das Tagebuch wurde Monate später in einer der Lagerbaracken aufgefunden, geriet aber rasch in Vergessenheit. Erst nach der Archivrevolution und der Rehabilitierung der sowjetischen Kriegsgefangenen in den 1990er Jahren wurde dieses Selbstzeugnis neu entdeckt. Das Original hat die Zeit in einem Heimatkundemuseum in Qostanai (Kasachstan) überdauert und wird hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung publiziert.

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