DOI: 10.1515/zfr-2026-0007 ISSN: 2194-508X

„Homosexuals will not enter the Kingdom of God“ versus „Jesus taught to judge a teaching by its fruit.“ – Polarisierung in Religion am Fall christlicher Subreddits

Lina Rodenhausen

Abstract

Der Artikel behandelt das Phänomen „Polarisierung in Religion“, bei dem es zur Konstruktion neuer religiöser Identitäten kommen kann. Gesellschaftspolitische Themen spielen in aktuellen Debatten und Spaltungen innerhalb religiöser Gemeinschaften eine zentrale Rolle. Forschung, die Religion jedoch in den Mittelpunkt stellt, sollte Polarisierung auch unter dem spezifischen Gesichtspunkt betrachten, wie sie Religionsgemeinschaften betrifft. Dies wird anhand einer Studie zu zwei christlichen Communitys auf Reddit veranschaulicht, wobei computergestützte, korpusbasierte Methoden und Metaphernanalysen zum Einsatz kommen. Während sich die eine dem progressiven Christentum widmet, richtet sich die andere an konservative Christ:innen. Eine zentrale Meinungsverschiedenheit betrifft die Haltung zu LGBTQ+. Eine Meinungsverschiedenheit, die jedoch nicht nur unter Christ:innen besteht. Daher werden in der beschriebenen Studie Charakteristika herausgearbeitet, die spezifisch für den innerchristlichen Konflikt und in einer säkularen Argumentation irrelevant sind, wie unterschiedliche Überzeugungen über die Bibel oder Erlösung. Die Bedingungen, denen Religion in sozialen Medien ausgesetzt ist, fördern Veränderungen religiöser Gemeinschaften. So ist als neue Facette der Polarisierung zu beobachten, dass Christ:innen ihre progressive bzw. konservative Ausrichtung als distinkte Identitäten konstruieren. Die Mitglieder der untersuchten Communitys distanzieren sich davon, eine gemeinsame christliche Identität zu besitzen. Es sind beispielsweise die christlichen Charakteristika hinter den Positionen zu LGBTQ+, die konstitutiv für ihre spezifische christliche Identität sind.

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