Frostprüfung als Sensibilitätsprüfung ‐ Ansätze und Perspektiven
Frank SpörelAbstract
Fragen zur Übertragbarkeit von Frostprüfergebnissen auf die Praxis sind mit der zunehmenden Vielfalt an neuen Bindemitteln erneut in den Blickpunkt gerückt, da derartige Betone oftmals die etablierten Prüfkriterien nicht erfüllen. Erfahrungen an bestehenden Verkehrswasserbauwerken zeigen, dass trotz Einhaltung der deskriptiven Anforderungen und teilweise ergänzend auch bei zuvor bestandener CIF‐Prüfung bereits nach kurzer Zeit Frostschäden bei Verwendung von Betonen mit Zementen mit niedrigen Klinkergehalten auftreten können. Ursachen für diese Erkenntnisse werden diskutiert und darauf aufbauend ein perspektivischer Prüfansatz zur ganzheitlichen Bewertung von Beton vorgestellt, welcher auch die Bauausführung und Nutzungsphase einbezieht. Die Frostprüfung fungiert darin als Sensibilitätsprüfung, welche die Robustheit des Frostwiderstands beschreibt. Bei einem wenig robusten Frostwiderstand des Betons wären diese baustofflichen Defizite durch andere Maßnahmen zu kompensieren. Dies könnten angepasste Festlegungen zur Nachbehandlung des Betons in der Bauausführung sein. Eine derartige „Wenn‐Dann“‐Prüfung könnte insbesondere für Betone mit klinkereffizienten Zementen neue Wege aufzeigen und die dauerhaftigkeitsrelevante Bauausführung in den Performance Ansatz integrieren.