Einfluss von CIF‐Prüfrandbedingungen auf die Frostschädigung klinkerreduzierter Betone
Vanessa Mercedes Kind, Sophie Unbehau, Matthias Müller, Horst‐Michael Ludwig, Frank DehnAbstract
Klassische Laborprüfverfahren zur Bestimmung des Frostwiderstands zielen primär darauf ab, frostbeständige und nicht‐frostbeständige Betone zu unterscheiden. Die dazu verwendeten scharfen Prüfrandbedingungen weichen dabei, zumeist gezielt, von den realen Beanspruchungen ab. Dies bedingt jedoch nicht nur eine Erhöhung der Trennschärfe und eine Reduzierung der Prüfdauer, sondern kann unter Umständen auch die zugrundeliegenden Schädigungsmechanismen verändern. Für eine realitätsnahe Lebensdauerprognose bedarf es daher eines genauen Verständnisses darüber, wie sich Laboruntersuchungen auf praxisnahe Beanspruchungen übertragen lassen. Im Rahmen eines umfassenderen Forschungsvorhabens wurden dazu gezielt ausgewählte Randbedingungen des CIF‐Tests variiert. Dabei lag der Fokus auf dem Einfluss von Temperaturamplitude und Minimaltemperatur, Tau‐ und Gefrierraten sowie von intermittierenden Trocknungsphasen. Untersucht wurden Betone aus klinkerreduziertem Portlandkompositzement mit drei verschiedenen w/z‐Werten. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Einfluss der Minimaltemperatur sowie der intermittierenden Trocknung auf die Wasseraufnahme und die Frostschädigung. Realitätsnähere Randbedingungen führten dabei sowohl zu einer Verringerung als auch zu einer Erhöhung der Schädigung.