DOI: 10.1002/cepa.70989 ISSN: 2509-7075

EASI ZERo EU‐Projekt: Natürlich verbunden – Myzel‐Komposite & mineralische Mörtel als Verbundsystem

Tina Oertel, Felicitas Swillus, Christian Mengel

Abstract

Pilzmyzel ist ein dichtes Netzwerk fadenförmiger Hyphen, das auf biologischem Substrat innerhalb weniger Wochen wächst und sich im Labor gezielt herstellen lässt. In der Bauforschung gelten Myzel‐Komposite wegen ihrer guten Wärme‐ und Schalldämmeigenschaften als vielversprechend. Die mechanische Befestigung solcher Pilzmyzel‐Dämmkörper durch Anker kann jedoch Wärme‐ und Schallbrücken verursachen. Ziel der Arbeit war daher zu prüfen, ob sich Myzel‐Paneele mit mineralischen Klebe‐ und Armiermörteln direkt auf Wanduntergründe applizieren lassen. Untersucht wurden sieben Paneele mit fünf Mörteln auf drei Untergründen. Das Prüfprogramm umfasste Haftzugversuche an beschichteten Paneelen sowie qualitative Applikationsversuche auf Beton, Altputz und Ziegel. Die Ergebnisse zeigen, dass alle im Haftzugversuch geprüften Systeme mit Bruchbild C versagten, d. h. Kohäsionsbruch im Paneel und somit kein Versagen an der Grenzfläche zwischen Paneel und Mörtel. Dies weist trotz der insgesamt niedrigen absoluten Prüfwerte auf eine grundsätzlich tragfähige Grenzflächenanbindung hin. Die Ergebnisse belegen die grundsätzliche Kompatibilität von Myzel‐Kompositen und mineralischen Mörteln sowie das Potenzial zur Reduktion von Wärmebrücken.

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