DOI: 10.1515/hzhz-2026-0028 ISSN: 2196-680X

Der Bauernkrieg 1525. Ereignisgeschichte und Gegenwartsbezug

Brendan Röder

Zusammenfassung

Im Umfeld des Jubiläumsjahres 2025 ist eine Vielzahl neuer Arbeiten zum Bauernkrieg von 1525 erschienen. Die Leitrezension nimmt diese Publikationen zum Anlass, zentrale Tendenzen der aktuellen Forschung zu bündeln und zugleich danach zu fragen, wie der Bauernkrieg jeweils als historisches Ereignis gefasst und in welcher Weise ein Bezug zur Gegenwart hergestellt wird. Die neueren Studien zeigen, dass „Ereignis“ nicht vorausgesetzt werden kann, sondern je nach Zugriff unterschiedlich konturiert wird: als Erfahrungszusammenhang, als Abfolge kontingenter Handlungssituationen oder als medial erzeugtes Phänomen. Insgesamt markieren die neueren Publikationen somit weniger eine Rückkehr zur klassischen Ereignisgeschichte als vielmehr deren methodische Ausdifferenzierung. Zugleich wird die Frage des Gegenwartsbezugs heute explizit diskutiert – etwa in der Verbindung zu Fragen sozialer Ungleichheit und Ressourcenkonflikten oder in erinnerungspolitischen Deutungen. Die Rezension plädiert zwar für eine kritische Betrachtung teleologischer Verengungen, aber auch dafür, nicht jede Aktualisierung vorschnell zu disqualifizieren. Die Forschung zum Bauernkrieg kann damit auch als Linse zur Betrachtung von Grundfragen der Frühneuzeitforschung dienen.