DOI: 10.2478/sck-2026-0002 ISSN: 2545-3858

De la mimique codifiée au visage individualisé dans la pantomime fin-de-siècle

Catherine Mazellier-Lajarrige

Abstract

Das lange Zeit durch die Verwendung von Masken geprägte „stumme Spiel“ erlebt Ende des 19. Jahrhunderts eine Renaissance, als die Theaterkunst durch Aufwertung der Körpersprache erneuert werden soll, wobei der Ausdruckskraft der Gesichter eine neue Bedeutung beigemessen wird. Der vermeintlich universelle Charakter der Körpersprache führt zu einer Kodifizierung von Gestik und Mimik, von der sich Künstler*innen in Theorie und Praxis der Pantomime wie Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Grete Wiesenthal lösen wollen. Vor allem bei den beiden letztgenannten gilt die Sprache des Körpers als höchst persönlich und authentisch, und der Gesichtsausdruck als Spiegel der Seele. Andere Autoren, die sich an der literarischen Pantomime versuchen, wie Arthur Schnitzler oder Robert Walser, stellen diese postulierte Authentizität jedoch in Frage: Ihre reflexiven Pantomimen decken die Masken- und Illusionsspiele in Gesellschaft und Theater auf.