CO 2 ‐armer Mauerstein II: Hydrothermale Reaktionsprozesse und Up‐Scaling‐Versuche
Frank Hlawatsch, Harald Kurkowski, Wolfgang Eden, Zakaria IstanbulyAbstract
In den vergangenen Jahrzehnten wurden enorme Fortschritte zur Senkung von CO 2 ‐Emissionen im Zuge der Herstellung und Nutzungsphase von Baustoffen und Bauwerken erzielt während der Ressourcenverbrauch nahezu unverändert blieb [3]. In diesem Beitrag wird mit dem „CO 2 ‐armen Mauerstein aus Betonbrechsand“ [10] ein neuer Verwertungsweg für Betonbruch zur Herstellung hydrothermal gehärteter Wandbaustoffe auf Basis der Kalksandsteintechnologie vorgestellt, bei dem die CO 2 ‐Emmissionen im Vergleich zum klimafreundlichen Kalksandstein bis auf 25 % gesenkt werden kann bei einer Ressourceneffizienz von 100 %.
Auf Produktionsanlagen der Kalksandsteinindustrie wurden Mauersteine aus Betonbrechsanden ohne zusätzliches Bindemittel bis zu einer Druckfestig von über 20 N/mm 2 (entspricht der Druckfestigkeitsklasse 16) hergestellt. Die Verfestigung erfolgt durch eine Transformation der kalkreichen Zementsteinmatrix aus überwiegend röntgenamorphen Phasen und meist silikatischer Gesteinskörnung hin zu einem Phasenbestand aus kristallinen kalkarmen CSH‐Phasen (zu großen Teilen Tobermorit), der einem Kalksandstein ähnelt.
Der Beitrag ergänzt den Aufsatz „CO 2 ‐armer Ökomauerstein“ [9] der ibausil 2023 um weitere Erkenntnisse.