Auswirkungen erhöhter Frischbeton‐ und Erhärtungstemperaturen auf die Dauerhaftigkeit von Beton
Christian Vogel, Julia Neumann, Tobias Schack, Rolf Breitenbücher, Iurie Curoşu, Michael HaistAbstract
Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich in einer Zunahme sommerlicher Hitzetage. Dies erhöht das Risiko, dass die aktuell in Deutschland normativ im Allgemeinen zulässige Frischbetontemperatur von 30°C während der Herstellung und des Einbaus überschritten wird. Diese verschärften klimatischen Randbedingungen stellen für den Betonbau eine große Herausforderung dar, da ohne energie‐ und CO2‐intensive und dadurch kostspielige Gegenmaßnahmen, wie etwa das Kühlen der Ausgangsstoffe, ein ungewollt hoher Temperaturanstieg des Betons während der Verarbeitung und der Erhärtung unvermeidbar ist. Solche Gegenmaßnahmen stehen jedoch im direkten Gegensatz zur angestrebten CO2‐Reduktion der Betonindustrie. Erhöhte Frischbetontemperaturen führen in der Regel zu einer beschleunigten Hydratation des Zements. Dies zeigt sich primär in einem verstärkten Rückgang der Verarbeitbarkeit, kann sich aber auch auf die mechanischen Eigenschaften und die Dauerhaftigkeit auswirken. Dieser Beitrag hat zum Ziel, den Einfluss erhöhter Frischbeton‐ und Erhärtungstemperaturen auf die Betoneigenschaften zu quantifizieren. Im Zentrum steht dabei der Einfluss auf die dauerhaftigkeitsrelevanten Eigenschaften von verschiedenen Gruppen von Betonen, wobei hier gezielt Betone mit klinkerreduzierten Zementen mit einbezogen werden. Hierfür wurden Frischbeton‐ und Erhärtungstemperaturen – d.h. die Umgebungstemperatur bis zum Betonalter von 3 Tagen – von bis zu 40°C untersucht.