Auswirkungen alternativer Bindemittel auf die Werkstoffeigenschaften von Kalksandsteinen
Marcel Laabs, Zakaria Istanbuly, Wolfgang Eden, Thi Thanh Truc Phan, Bernhard MiddendorfAbstract
Im Zuge der angestrebten Klimaneutralität steht auch die Kalksandsteinindustrie vor der Herausforderung, ihre CO 2 ‐Emissionen bis 2045 deutlich zu reduzieren. Obwohl Branntkalk in der üblichen Rohstoffmischung nur zu ca. 7 M.‐% enthalten ist, verursacht er rund 80 % der CO 2 ‐Äquivalent‐Emissionen. Bereits eine partielle Reduktion des Branntkalkgehaltes bietet daher ein erhebliches Potenzial zur Minderung der Emissionen.
Vor diesem Hintergrund wurden zunächst auf Labor‐ und Technikumsmaßstab alternative Bindemittel zur teilweisen Substitution von Branntkalk untersucht. Anschließend erfolgte die Produktion in zwei Kalksandsteinwerken. Auf diese Weise konnten die Auswirkungen auf, den Herstellungsprozess, die Bildung von C‐S‐H‐Phasen und Werkstoffeigenschaften analysiert werden. In beiden Werken mit unterschiedlichen Rohstoffmischungen konnte der Branntkalkgehalt jeweils um 4 M.‐% gesenkt werden, also von 7 auf 3 M.‐%. Die Werkstoffeigenschaften praxisnah hergestellter Mauersteine wurden dabei nicht negativ beeinflusst; die Druckfestigkeit konnte teilweise sogar gesteigert werden. Die Ergebnisse zeigen, dass geeignete alternative Bindemittel ein relevantes Potenzial zur Reduktion des Branntkalkgehaltes und damit zur Minderung der CO 2 ‐Emissionen in der Kalksandsteinherstellung besitzen.