Abwehrzauber und Zukunftsoptimismus
Norbert ReichelZusammenfassung
Dystopien, Apokalypsen, Utopien verkaufen sich gut in den verschiedenen Medien, denn für manche vermitteln sie den Schrecken des zumindest scheinbar Unabwendbaren oder auch die Lust an etwas vielleicht nie Erreichbaren. Manches mag an Horror- und Endzeitfantasien erinnern, sodass es plausibel erscheint, mit einem Buch über dieses Subgenre der Literatur- und Filmgeschichte zu beginnen. Aber es gibt auch konkrete Utopien, die tatsächlich erreichbar sein könnten. Von diesen schreibt Isabella Hermann in ihrem Buch „Zukunft ohne Angst“, durchaus im Anklang an Kim Stanley Robinson. Noch konkreter wird der Think Tank Reinventing Society mit seinen Zukunftsbildern für das Jahr 2045. Alle von diesem Think Tank erarbeiteten Bilder zeugen von einer Art Allianz von Wissenschaft, Regierungen und Zivilgesellschaft, die eine nachhaltige Zukunft auf bereits vorhandenen Erfahrungen aufbauen könnte. Vielleicht hätten Utopien eine noch bessere Chance auf Verwirklichung, wenn Politiker:innen zugleich kluge Ingenieur:innen, mutige Hazardeur:innen oder gar erfolgreiche Geisterjäger:innen würden. Dann wären Dystopien nicht mehr nur bloßer Abwehrzauber.